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Bessere Qualität, sinkende Preise

Verbraucher in Kamerun können sich freuen: der Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur kommt weiter voran. Insbesondere der Anschluss an die neuen Tiefseekabel WACS und ACE bringt eine Verbesserung für die Nutzer - mit höheren Übertragungskapazitäten und sinkenden Preisen. Ein ebenfalls neu aufgebauter Glasfaser-Datenhighway wird allerdings noch wenig genutzt.

Investoren für Glasfaser-Ausbau gesucht

Das kamerunische Glasfaser-Backbone soll weiter ausgebaut werden. Aktuell besteht die Hauptstrecke Duala-Jaunde sowie die Verlängerung in den Osten an die Grenze zu Tschad. Das Netz von derzeit etwa 5.200 km soll um diverse Verbindungen in der Peripherie ergänzt werden. Insgesamt strebt das zuständige Postministerium (MINPOSTEL) das Verlegen weiterer 3.000 km an, deren Kosten auf etwa 30 Mrd. CFA-Franc, umgerechnet rund 46 Millionen Euro geschätzt werden. Hierfür sucht die kamerunische Regierung nach Investoren wie beispielsweise Geberorganisationen oder private Unternehmen. Wegen der geringen Besiedlungsdichte sind die Erfolgsaussichten - im Gegensatz zum Glasfaser Internet in Deutschland - aber eher gering.

Anbindung an Tiefseekabel

Deutliche Fortschritte hat Kamerun bei der Tiefseekabelanbindung gemacht. Über das Kabel SAT-3 besteht seit 2002 eine Verbindung über Duala sowohl nach Europa als auch um die afrikanische Südspitze herum bis nach Malaysia. Seit Kurzem existieren zudem Anschlüsse an die deutlich kapazitätsstärkeren Kabel WACS (West Africa Cable System) und ACE (African Coast to Europe). Für das zentralafrikanische Land bedeutet dies eine erhebliche Verbesserung bei der internationalen Bandbreite. Die Kunden können sich auf deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten sowie stark fallende Preise für die Internetnutzung einstellen.

IT-Sektor soll aufgebaut werden

Nachdem in den vergangenen Jahren kräftig investiert wurde, steht nun die Nutzung der Telekommunikationsinfrastruktur im Vordergrund. Kamerun sucht derzeit intensiv nach Möglichkeiten, einen IT-Sektor aufzubauen. Dabei geht es nur zum kleinen Teil um Telefonie. Die Glasfaserkabel machen den Datentransfer in großem Stil möglich. E-Learning, E-Medicine und E-Government sind Bereiche mit viel Potenzial. Gesucht werden vielfach speziell auf Afrikaner zugeschnittene Dienstleistungen, die gleichzeitig günstig sind. Die kamerunische Regierung versucht den Sektor durch verschiedene Maßnahmen zu beleben, ist hierbei jedoch nahezu komplett auf Entwicklungshilfegelder angewiesen. Hierzu zählt das Vorantreiben von E-Government ebenso wie der Aufbau von Kommunikationszentren in ländlichen Gegenden. Auch bei der Mobilfunknutzung scheint die Obergrenze noch nicht erreicht. Derzeit haben die drei Mobilfunkbetreiber MTN (Südafrika), Orange (Frankreich) und Telco (Kamerun) insgesamt etwa 11 Millionen Kunden, bei 20 Millionen Einwohnern.Es sind vor allem tragbare Datengeräte wie Smartphones und LTE Tablets, die den Mobilfunkmarkt in Afrika beflügen, neue Start-Ups sprießen lassen und Geldgeber anziehen.

Autor: FN